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Welche Teile der Branche haben es angenommen?

Steigt die deutsche Finanzwelt auf remote work um?

„Kann ich auch im Home Office arbeiten?“ – Noch vor wenigen Jahren wäre diese Frage bei Vorstellungsgesprächen in der deutschen Finanzbranche undenkbar gewesen. Dass im Investmentbanking, bei Fonds oder in der Wirtschaftsprüfung im Büro bzw. vor Ort beim Kunden gearbeitet wird, galt als unumstößlicher Fakt. Anders geht’s ja gar nicht, so die einhellige Branchenmeinung. Dann kam die Pandemie und zeigte: Anders geht’s sehr wohl!

Mit dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 verlagerten Finanzunternehmen in Frankfurt, München und anderswo ihre Arbeit in den virtuellen Raum – und ihre Mitarbeitenden ins Home Office. Wie ist die Situation aktuell?

Wer sich in der Branche umhört, merkt, dass sich dort aktuell ein Wandel abspielt: Das alte Dogma der Präsenzkultur, häufig verbunden mit dem heimlichen Wettkampf darum, wer abends am längsten bleibt, scheint sich in der deutschen Finanzwelt langsam aufzulösen. Der unlängst erschienene „Trends Report 2023“ der Job-Plattformen Indeed und Glassdoor analysiert, dass die Möglichkeit des mobilen Arbeitens in 30 Prozent der Stellenausschreibungen aus dem deutschen Finanz- und Bankensektor genannt wird. Damit liegt Deutschland weltweit an der Spitze – in Großbritannien und den USA sind es 20 Prozent, in Frankreich lediglich 13 Prozent. Wie sieht dieser Wandel vor Ort aus?

Die Haltungen zum mobilen Arbeiten sind in der deutschen Finanzwelt sehr unterschiedlich. Im M&A und bei vielen Fonds ist die Präsenzkultur noch relativ ausgeprägt, in der Wirtschaftsprüfung und im Consulting – und auch bei einigen Banken – hingegen werden hybride Arbeitsmodelle zunehmend üblich.

Mobiles Arbeiten Thema im Vorstellungsgespräch

„Dass Bewerber:innen in Vorstellungsgesprächen fragen, wie die Policy in Sachen remote work ist, kommt häufig vor“, sagt Rebecca Liebel, die bei der Personalberatungsgesellschaft PER den Standort München leitet. Liebel ist spezialisiert auf den deutschen Private-Equity-Sektor und sagt, dass aus der Remote-Work-Erfahrung während der Pandemie „einiges an Effizienz im Deal-Doing“ geblieben sei. Fonds in Deutschland würden das Thema mobiles Arbeiten sehr unterschiedlich handhaben, abhängig von der Größe und davon, ob ohnehin schon über mehrere Standorte hinweg gearbeitet werde. „Einen Tag mobiles Arbeiten pro Woche gewähren viele Fonds“, so Liebel. Aber sie fügt auch hinzu: „Es hat sich gezeigt, dass gerade das Onboarding von neuen Mitarbeitenden in Präsenz besser gelingt als remote.“

Präsenzarbeit: Mehr Austausch, mehr Feedback

Ganz ähnlich äußert sich auch Felix Engelhardt, Geschäftsführer bei der M&A-Boutique Saxenhammer in Berlin. „Im Investment Banking glauben wir an den Wert des kollaborativen Arbeitens. Durch die niedrigeren Barrieren im selben Office kommen Mitarbeiter leichter an Feedback und an den direkten Austausch mit Seniors.“ Engelhardt räumt allerdings ein, dass hybrides Arbeiten auch in seinem Umfeld an Bedeutung gewinnt: „Auch die Unternehmer älteren Jahrgangs haben Videocalls für sich entdecken müssen.“ Klar sei aber, dass die „Deal Closing Dinners“ immer „in Persona“ stattfinden würden.

Monatliche „Connect Week“ bringt Teams zusammen

Während Fonds und M&A noch weitgehend auf Präsenz setzen, sieht es in anderen Bereichen der deutschen Finanzbranche anders aus. „Wir bieten unseren Mitarbeitenden Flexibilität, die Präsenz-, Hybrid- oder Remote-Arbeitsbedingungen umfassen kann“, berichtet Simona Stoytchkova, Leiterin der Sparte Global Markets für Europa bei der US-Bank State Street in Frankfurt. „Einmal im Monat veranstalten wir die so genannte ‚Connect Week‘, in der wir die Mitarbeiter ermutigen, so oft wie möglich ins Büro zu kommen und miteinander zusammenzuarbeiten. Das Feedback zu dieser Initiative und zu unseren neuen Arbeitsmethoden insgesamt ist sehr positiv“, so Stoytchkova.

Remote mit Teamwochen bei KPMG

In einem ähnlichen Modell arbeitet auch Patrick Bringmann, Assistant Manager im Bereich Financial Services bei KPMG in Köln. Bringmann ist Teil eines standortübergreifenden Teams, das Banken zu ESG-Themen berät – und das komplett remote. „Dadurch, dass wir auf ganz Deutschland verteilt sind, läuft unsere Zusammenarbeit virtuell“, so Bringmann. Alle sechs Wochen komme das Team allerdings für einige Tage zusammen, jeweils in einer anderen Stadt. „Das stärkt den Teamgeist und die Zusammenarbeit im Projekt – und nebenbei ermöglicht es, immer wieder neue Orte kennenzulernen“, so Bringmann. Für den 27-jährigen ist es ein perfektes Arbeitsmodell: „Ich spare mir das tägliche Pendeln ins Büro und erlebe trotzdem alle paar Wochen geballten Teamgeist in Präsenz.“

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AUTORSimone Dyllick-Brenzinger

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