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Wie man einen Job als Quant bei Citadel bekommt: „Es gibt keinen Online-Programmiertest“

Wer einen Quant- oder Tech-Job sucht, muss bei den meisten großen Arbeitgebern im Finanzbereich zunächst einen Online-Programmiertest machen. Diese Tests, die von Anbietern wie HackerRank und Codility stammen, gelten mittlerweile als Eintrittstore in die Branche. Sie sind allerdings bei Bewerber:innen häufig unbeliebt, da man nur besteht, wenn man sich in stundenlanger Arbeit die nötigen Fähigkeiten draufschafft – und die gestellten Aufgaben dann auch noch wenig Ähnlichkeit mit dem haben, was man auf der Stelle tatsächlich zu tun hat.

Aber nicht alle Unternehmen verwenden Online-Tests, um Bewerber:innen auszuwählen. So nutzt Citadel, der Multi-Strategy-Hedgefonds mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 50 Mrd. Dollar, sie überhaupt nicht.

„Ich hatte vier technische Interviews mit meinem künftigen Team und drei Gespräche mit der Geschäftsleitung“, sagt He Li, ein quantitativer Researcher in der Global Quantitative Strategies Group bei Citadel in Hongkong, der letzten Sommer dort Praktikant war und seit diesem Monat als fester Mitarbeiter dabei ist. „Es gab keinen Online-Programmiertest, aber in meinen technischen Interviews musste ich ein paar Sachen in Echtzeit programmieren.“

Citadel hat – was für Arbeitgeber im Finanzsektor ungewöhnlich ist – auf automatisierte Personalgewinnungs-Instrumente verzichtet. Matt Mitro, Global Head of Graduate Recruitment bei Citadel, bezeichnet den Prozess als „traditionell“. „Im Moment führen wir keine skalierten Assessments durch, die bei anderen Unternehmen verwendet werden. Wir wollen, dass die Leute uns kennenlernen können“, sagte er im November gegenüber eFinancialCareers.

Harter Interviewprozess

Anstelle von Programmiertests zur Vorauswahl müssen angehende Quants bei Citadel einen harten Interviewprozess durchlaufen, in dessen Rahmen sie auf echte Menschen treffen. Li hatte sich um ein Praktikum beworben, nachdem er einen Doktortitel in Statistik an der NYU Stern und einen Bachelor in „pure and applied mathematics“ an der Tsinghua-Universität in Peking erworben hatte. Neben den persönlichen Echtzeit-Programmierungsaufgaben während seinem Interview musste er einige, wie er sagt, „sehr tiefgehende Fragen“ zur Forschung im Rahmen seiner Doktorarbeit beantworten.

In seiner Doktorarbeit hatte Le die innere Funktionsweise von „black box deep learning“-Modellen untersucht und unter anderem die damit verbundene Unsicherheit quantifiziert und ihre Effizienz analysiert. Anschließend hatte er Algorithmen vorgeschlagen, die sowohl in Bezug auf den Rechen- als auch auf den Speicherbedarf effizient sind und ihre Genauigkeit auch bei großen Datensätzen beibehalten können.

„Ich habe einige sehr detaillierte Antworten gegeben“, sagt Li. „Die Leute, die mich interviewt haben, waren zwar keine Statistikprofessoren, aber sie hatten ihr eigenes Fachwissen auf dem Gebiet, und es ergab sich ein gutes Gespräch über die Grundprinzipien meiner Analyse. Sie haben auch nach kulturellen Aspekten gefragt – sie haben sich für meinen Forschungsstil interessiert und dafür, wie ich mit Kolleg:innen zusammenarbeite.“

Citadel-Quant-Praktikum

Li beruchtet, dass er während des anschließenden Praktikums einiges von dem, was er während seiner Promotion gelernt hatte, in die Praxis umsetzen konnte.

„Ich habe im Sommer zwei Projekte bei Citadel durchgeführt. Eins davon stand in engem Zusammenhang mit meiner akademischen Forschung.“

Wie bei Citadel-Praktika fast immer üblich, verbrachte Li die erste Woche mit anderen Praktikanten in einem Hotel. Hier habe es Gelegenheit gegeben, das Team kennenzulernen, es gab Lunches und Dinner mit Tradern und Tech-Leuten und es gab Trainings zu Kommunikationsstilen.

Zum Ende des Praktikums gab es eine Präsentation vor der gesamten Abteilung. „Ich habe den Team-Kolleg:innen und Führungskräften meine beiden Projekte vorgestellt“, so Li. „Meine Vorgesetzten wussten schon, welche Fortschritte ich gemacht hatte, aber das war die Gelegenheit, es auch allen anderen zu erklären und in den Austausch mit der Geschäftsleitung zu treten.“ Eines seiner Projekte ist bereits umgesetzt worden.

Festanstellung

Li arbeitet seit Anfang Januar 2023 in Vollzeit bei Citadel. Als Quant Strategist im Aktienteam nutzt er Machine Learning, um Daten auf Investitions-Möglichkeiten hin zu analysieren. „In Hongkong konzentrieren wir uns vor allem auf die neuen Märkte in Asien, aber wir arbeiten weltweit.“

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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