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„Banker, die ihren Job verloren haben, haben jetzt nur noch sechs Monatsgehälter“

Ein ehemaliger Kollege von mir war Managing Director bei einer europäischen Investmentbank und ist vor einigen Monaten gekündigt worden – und er hat es aktuell wirklich schwer. Fünf Monate nachdem er entlassen wurde, bleiben ihm jetzt nur noch sechs Monatsgehälter. Er hat langsam den Punkt erreicht, an dem er jeden Job annimmt.

Er ist nicht allein. Es gibt die Annahme, dass gutbezahlte Leute in der Finanzbranche überaus solvent sind und das auch bleiben, wenn sie mal nicht angestellt sind.

Diese Annahme ist falsch.

Wenn du Managing Director bei einer Bank bist, deine Frau nicht arbeitet, deine drei Kinder auf Privatschulen gehen und du einen Immobilienkredit abbezahlen musst, dann hast du hohe Lebenshaltungskosten. Wenn du dann deinen Banken-Job verlierst und deinen Lebensstandard trotzdem halten willst, rinnt dir das Geld nur so durch die Finger. Die meisten können sechs bis zwölf Monate überbrücken – länger geht es aber nicht. Dann sind sie an einem Punkt angelangt, an dem sie einen neuen Job brauchen oder aber Geldanlagen verkaufen müssen.

Das Problem ist, dass man nirgendwo so gut verdient wie bei einer führenden Investmentbank. Wenn Top-Banken also kaum noch Leute einstellen, hast du kaum Möglichkeiten. Du kannst einen Job bei einer weniger bekannten Bank annehmen, um im Geschäft zu bleiben, wirst dort aber nicht deine gewohnte Produkttiefe bekommen und es möglicherweise schwer haben, wieder zurückzukehren. Du kannst in die Unternehmensentwicklung gehen und eine Gehaltskürzung in Kauf nehmen. Oder aber du gehst ins Private Equity, was allerdings schwierig ist, wenn du bereits auf dem Mid-Career-Level oder noch älter bist. Die letzte Möglichkeit ist, einfach abzuwarten.

In diesem Jahr habe ich bei vielen Leuten erlebt, dass sie in die Unternehmensentwicklung gegangen sind. Das kann aber ein schwieriger Schritt sein, wenn du erfahrener Banker bist, insbesondere wenn du aus dem Bereich Equity Capital Markets kommst. Denn: In der Unternehmensentwicklung geht es um die Definition und Umsetzung von Erträgen, vielleicht durch eine Reihe von Ergänzungsakquisitionen. Die Überschneidungen mit dem Bankgeschäft, selbst im M&A, sind gering. Banker:innen sind Bewertungen und Verhandlungen gewöhnt, das allerdings ist nur ein verschwindend geringer Teil der Aufgaben der Unternehmensentwicklung. Um in der Unternehmensentwicklung gut zu sein, muss man in der Lage sein, einen 100-Tage-Plan zu erstellen und zu verstehen, wie die Systeme zweier Unternehmen zusammenarbeiten werden. Wenn du aus dem Banking kommst, hast du davon so gut wie keine Ahnung.

Am besten ist es natürlich, deinen Job gar nicht erst zu verlieren. Wenn es nur wenige M&A-Deals und kaum IPOs gibt, ist das leichter gesagt als getan. Wenn du im Bereich ECM bist, kannst du zum Beispiel an aktiengebundenen Deals arbeiten. Im Bereich M&A kannst du Stategie-Reviews leiten und Kunden auf mögliche Zielakquisitionen vorbereiten, die getätigt werden könnten, wenn die Zeiten besser werden.

Das Problem ist, dass dies in vielerlei Hinsicht die schlimmste Art von Krise war. Es gab nur sehr wenige IPOs von Großunternehmen, die Umsatz einbrachten. Es gab nur sehr wenige M&A-Deals und daher besteht kein Bedarf an M&A-Finanzierungen. Und es gab nur sehr wenig Rekapitalisierung, weil nur wenige Unternehmen in Not geraten sind. Nach der Finanzkrise war es viel einfacher, weil es damals jede Menge Bezugsrechtsemissionen gab. Auf dem aktuellen Markt haben alle ihre Bilanzen 2020 oder 2021 ausgeglichen, als Schulden unglaublich günstig waren. Jetzt ist Fremdkapital viel teurer. Es gibt viel weniger zu tun, und das, was Banker:innen für schlechte Zeiten auf die hohe Kante gelegt haben, geht immer mehr zur Neige.

Ashley Bennett (Pseudonym) ist eine ehemalige Head of ECM in London

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