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„Ich war MD bei einer Bank und jede Woche bei der Burnout-Therapie“

Ich habe 30 Jahre lang in der Finanzbranche an der Wall Street gearbeitet. Und dann habe ich Anfang dieses Jahres beschlossen, dass ich genug habe. Ich bin Jahrzehnte lang um 6 Uhr morgens aufgestanden, ins Büro gefahren und dort bis abends um 20, 21 oder 23 Uhr geblieben.

So ein Leben ist nicht gesund und ich konnte einfach nicht mehr weitermachen. Die Arbeitszeiten waren verheerend. Ich bin über 50 und habe vor meinem inneren Auge gesehen, wie ich mit 61 tot umfalle.

Wenn man in einer Bank an der Spitze steht, lebt und atmet man das Geschäft. An einem guten Tag ist es toll, an einem schlechten Tag geht Lehman Brothers bankrott.

Es gibt Menschen, die in so einem Umfeld aufblühen – und ich gehöre zu ihnen. Herausforderungen, Spiele und Ziele habe ich immer schon gemocht. Ich bin zwanghaft und zielstrebig und ich will gewinnen. Ich bin es gewohnt, unter Druck zu arbeiten und Dinge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen, selbst wenn das nicht unbedingt notwendig ist.

Als ich noch im Banking war, wollte ich das Spiel unbedingt gewinnen und so kam es, dass ich abends fast immer der Letzte im Büro war. Die anderen sind heimgegangen und ich war immer noch da und habe Kunden in Übersee angerufen. Ich habe in meinem Job innerhalb von Monaten mehr erreicht als mein engster Konkurrent im Laufe von Jahren. Ich wurde zum Managing Director ernannt und bin dank meiner Leistung auch geblieben.

Mittlerweile weiß ich aber auch, dass ich ein Persönlichkeitsproblem habe. Im August 2022 hatte ich einen Burnout und habe angefangen, jede Woche zu einem Therapeuten zu gehen. Dort kam heraus, dass ich nicht genug Schlaf bekomme. Als die Boni verkündet wurden, habe ich gekündigt.

Jetzt bin ich ein halbwegs rehabilitierter ehemaliger Banken-MD. Nachdem ich nicht mehr im Banking bin, will ich anders leben, aber meine Persönlichkeit macht mir immer wieder zu schaffen. Ich habe bereits ein Unternehmen gegründet, das gut läuft und ich muss mich beherrschen, es nicht weiter auszubauen. Ich brauche nicht noch mehr Geld.

Durch die Therapie habe ich gemerkt, wie zwanghaft und getrieben ich sein kann, und ich versuche, mir das abzugewöhnen. Wenn wir in den Urlaub fahren, liest meine Frau einen Roman und ich denke an die Arbeit und lese einschlägige Literatur. Es fällt mir unheimlich schwer, nichts zu tun und mir ist jetzt klar, dass das eine Charakterschwäche ist. Sich zu entspannen ist schwieriger, als es aussieht.

Robert Bessette ist ein Pseudonym

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AUTORRobert Bessette

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