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Ken Griffin, CEO des Hedgefonds Citadel: Zwischen 20 und 30 kannst du was riskieren

Ken Griffin und der LSE-Student (links), der ihn eingeladen hat

Die Geschichte von Ken Griffin ist allseits bekannt: Der CEO und Gründer von Citadel begann 1986 als Student in Harvard damit, „aggressiv zu traden“. Wenige Tage vor seinem 19. Geburtstag soll er mit 265.000 Dollar seinen ersten Fonds aufgelegt haben, wobei das Geld unter anderem von seiner vermögenden Großmutter stammte. Am Schwarzen Montag 1987 verdiente er mit Leerverkäufen von Aktien. Drei Jahre später war Citadel geboren.

Knapp 25 Jahre später ist Citadel einer der größten Hedgefonds der Welt. Griffin ist mittlerweile 54 Jahre alt und aufgrund seiner Funktionen bei Citadel und beim elektronischen Market-Maker Citadel Securities rund 35 Milliarden Dollar wert. Er besitzt ein Penthouse in Manhattan, ein Anwesen in Palm Beach und eine Villa in London. Dennoch konzentriert er sich immer stärker darauf, Gutes zu tun und der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Als Griffin per Mail von einem 18-jährigen Studenten an der London School of Economics eingeladen wurde, mit den Studierenden zu sprechen, sagte Griffin überraschend zu.

Mehr als 400 Studierende fluteten den Hörsaal, um seinen Vortrag zu hören. Die Ratschläge, die Griffin gab, waren vorhersehbar („Macht Praktika!), aber auch unerwartet („stellt Freundschaften in den Mittelpunkt!“). Vor allem aber betonte er, dass man in jungen Jahren etwas riskieren sollte, weil man dazu später vielleicht nicht noch einmal die Gelegenheit bekommt.

Carpe diem

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagte Griffin und betonte immer wieder: „Meine Karriere war davon geprägt, dass ich einfach losgelegt habe.“

Dass Griffin jungen Menschen hilft, die sich an ihn wenden, liegt daran, dass er sich als Student auch Mentoren gewünscht hat. „Als ich knapp 20 war, wandte ich mich an einen Trader bei einer Bank. Als Antwort knallte er mir ein Schimpfwort an den Kopf und sagte, ich solle mich nie wieder bei ihm melden, was ich auch nicht getan habe“, berichtete er den LSE-Studierenden. Es gab jedoch einen anderen Trader – bei Bear Stearns – der sich bereit erklärte, mit ihm zu reden. Diesen Trader rief Griffin fünf Jahre lang zweimal am Tag an. Inzwischen sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen, Bear Stearns wurde von JPMorgan übernommen, aber Griffin kann die Nummer des besagten Traders noch immer auswendig.

Als Teenager oder mit Anfang 20 hat man nichts zu verlieren, sagt er. „Zwischen 20 und 30 könnt ihr was riskieren. Zwischen 30 und 40 habt ihr dann vielleicht Kinder und müsst eine Immobilie abbezahlen. Zwischen 40 und 50 werden eure Eltern vielleicht pflegebedürftig. Die Verantwortlichkeiten nehmen im Laufe des Lebens exponentiell zu.“

Das bedeutet, dass man schon in jungen Jahren nach Hilfe und Rat fragen sollte, auch wenn man abgewiesen wird: „Greif zum Telefon, schreib eine E-Mail.“

Es bedeutet auch, nicht mit der Herde zu trotten, wenn der eigene Weg von der Norm abweicht. „Wenn es nicht das Richtige für euch ist, solltet ihr nicht den Fehler machen, zu einem großen Namen zu gehen, nur weil das die sichere Bank ist“, so Griffin gegenüber den Studierenden. „Ihr habt nur eine Reise im Leben. Wenn eure 20er vorbei sind, dauert es Jahrzehnte lang, bis ihr wieder so wenig Verpflichtungen habt.“

Zuhören und lernen

Wenn ihr einen erfahrenen Ansprechpartner findet, der bereit ist, mit euch zu sprechen, achtet darauf, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Er habe als Student jemanden bei First Boston angerufen, so Griffin. Er habe nach der Möglichkeit der Arbitrage zwischen Wandelanleihen und Stammaktien gefragt. Sein Ansprechpartner sagte ihm, dass sie diese Art von Handel nur für ihr eigenes Buch tätigten. Griffin folgerte, dass dies besonders profitabel sein muss und ihm wurde klar, dass genau das die Art von Handel war, die er betreiben wollte.

Praktika sind wichtig, weil sie die Möglichkeit bieten, zu lernen, worum es in einem Beruf wirklich geht, so Griffin. Praktika seien eine Art „Degustationsmenü“, das es ermöglicht, „Karriereoptionen zu erkunden“. Griffin, der in der „Barbarians at the Gate“-Ära aufgewachsen ist, sagte, sein erster Instinkt sei gewesen, in den Bereich Private Equity zu gehen und es wie Henry Kravis zu machen. Erst als er selbst zu traden begann, wurde ihm klar, was er wirklich machen wollte.

Den richtigen Beruf wählen

Wenn man überlegt, was man beruflich machen will, sollte man laut Griffin etwas aussuchen, in dem man Weltklasse werden kann. Niemand kennt den fünftgrößten Anbieter von Streaming-Musik oder den fünftgrößten Hersteller von Computern. „Die Welt von heute ist zunehmend eine Welt der Gewinner“, sagte Griffin. „Sie spielt denen in die Hände, die ein bestimmtes Fachwissen haben und bereit sind, Zeit und Mühe zu investieren. Ihr konkurriert mit Tausenden von Leuten, die in dieselben Strategien investieren, und wenn die besser oder aktiver sind als ihr, dann habt ihr das Nachsehen.“

Wer gewinnen will, muss etwas tun, das ihm am Herzen liegt, so Griffin. „Ihr müsst einen Beruf finden, der eine eurer Leidenschaften oder ein Interesse berührt. Dann ist es nicht nur Arbeit, sondern geht tiefer.“

„Überlegt, unter welchen Umständen ihr arbeiten wollt, was für Probleme ihr lösen wollt und mit was für Leuten ihr zu tun haben wollt“, fügte er hinzu.

Außerdem solle man zusehen, dass man nicht nur mit Leuten zusammenarbeite, die hinterherhinken. „Ihr solltet nicht die smarteste Person im Raum sein. Wenn ihr es seid, dann seid ihr im falschen Raum. Umgebt euch mit Leuten, die schlauer sind als ihr selbst.“

Bei Citadel sei er nicht der schlauste, so Griffin. Die Belegschaft sieht das vielleicht anders.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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