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Für Recruiter

80-Stunden-Wochen sind für Recruiter bei Goldman Sachs nicht ungewöhnlich

Hat man es als Recruiter:in im Investmentbanking schwer? Ja – das zumindest sagt Ian Dodd, 55 Jahre und ehemaliger MD im globalen Recruiting bei Goldman Sachs in London. Dodd hat Goldman Sachs im Dezember 2021 verlassen und verklagt die Bank nun auf 1,3 Millionen Dollar, mit der Begründung, dass sich sein gesundheitlicher Zustand während seiner relativ kurzen Tätigkeit dort erheblich verschlechtert habe.

Goldman Sachs weist die Aussagen von Dodd zurück, auch die Behauptung, er habe 80 Stunden pro Woche gearbeitet und drei Tage pro Woche in einem Londoner Hotel übernachten müssen, weil die 50-minütige Bahnfahrt nach Hause mit den an ihn gestellten Anforderungen nicht vereinbar gewesen sei. In der Verteidigungsschrift von Goldman Sachs ist nachzulesen, dass Dodds Arbeitszeiten selbst gewählt waren. Es wird dargelegt, dass Führungskräfte immer wieder versucht hätten, ihn von der Überarbeitung abzuhalten und ihm geholfen hätten, mit der Arbeitslast zurechtzukommen. In einem Fall behauptete Dodd fälschlicherweise, seine Mutter sei verstorben, um seine Abwesenheit zu entschuldigen. Die Goldman-Sachs-Partnerin und damalige Head of HR Dane Holmes schrieb ihm eine Nachricht mit dem Wortlaut: „Du sollst wissen, dass ich für dich da bin und dass für mich nur du und deine Gesundheit zählen. Nichts anderes ist wichtig! Ich bin da, wenn du etwas brauchst, was auch immer es ist.“

Dodds Verhalten mag seltsam anmuten, aber nicht wirklich schlimm. Allerdings liegt uns nicht die vollständige Liste von Dodds Beschwerden vor, mit denen die Klage wegen Körperverletzung untermauert wird. Hier erklärt Dodd, Goldman Sachs habe ihn in eine psychische Krise getrieben.

Langjährige Banker:innen von konkurrierenden Firmen sagen, dass ein Burnout in der Finanzbranche nicht ungewöhnlich sei. „Eine 80-Stunden-Woche ist vielleicht nicht der Standard, aber als ich das Recruiting geleitet habe, habe ich von 10 bis 24 Uhr gearbeitet und bin samstags um 6 Uhr aufgestanden, um vier Stunden zu arbeiten, solange meine Frau noch geschlafen hat“, sagt ein erfahrener Recruiter.

Das Problem bei der Arbeit im Investmentbanking-Recruiting sei, dass es bei der Arbeit mal mehr, mal weniger gut läuft. „Wenn es gut läuft, hat der Tag einfach nicht genug Stunden, um das Pensum zu schaffen. Man muss ständig ranklotzen und liefert dann am Ende doch nur etwas ab, was nicht so gut ist, wie es sein sollte, und man fängt an, auszubrennen. Und wenn es schlecht läuft, gibt es nichts zu tun und man hat Angst, entlassen zu werden.“

Der genannte Recruiter sagt, dass es schwierig ist, dass man als Recruiter im Banking oft am unteren Ende der Nahrungskette steht und es in den Unternehmen oft an Respekt mangele. Dodd erklärt, bei Goldman Sachs gäbe es eine Kultur der Dysfunktionalität und des Mobbings. In seiner Verteidigung führt Goldman Sachs dagegen verschiedene Fälle an, in denen leitende Mitarbeitende versucht hätten, ihm bei der Ausführung seiner Aufgaben zu helfen.

Inoffiziell sagte ein anderer leitender Recruiter, dass die Arbeit in der Personalgewinnung im Investmentbanking von Natur aus stressig sei und dass die zulässigen Reaktionszeiten immer kurz seien. Aber er sagt, dass der Stress abgemildert werden könne, wenn man eine Beziehung zu den Hiring Managern Managern aufbaue und deren Bedürfnisse einschätzen könne. „Recruiter:innen, die das gut hinbekommen, sind im Unternehmen sehr geschätzt“, sagt er.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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