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„80 Stunden pro Woche gearbeitet, um eine Hedgefonds-Plattform zu entwickeln – und dann gefeuert worden“

Ich war bei einem Hedgefonds und habe dort eine systematische Trading-Plattform entwickelt. Ich habe exzellente Arbeit abgeliefert und bin sogar früher fertig geworden als geplant – und trotzdem gefeuert worden. Und jetzt kann ich im aktuell angespannten Stellenmarkt nichts Neues finden.

Dass ich jetzt arbeitslos bin, hätte eigentlich nicht sein dürfen. Ich bin es nur, weil ich nicht mehr gebraucht wurde. Ich habe meine Aufgaben übererfüllt – und habe meine Stelle damit quasi selbst abgeschafft. 

Die Stelle bei dem neue Startup-Hedgefonds hatte ich letztes Jahr angetreten. In meiner kurzen Zeit dort habe ich ein Auftragsverwaltungssystem aufgebaut, mit dem das Unternehmen erstmals Vorabendgeschäfte tätigen konnte. Ich habe üblicherweise 70 bis 80 Stunden pro Woche gearbeitet, dazu fast jedes Wochenende gearbeitet, also wirklich jeden einzelnen Tag – und nicht einen Tag Urlaub genommen.

Warum ich das mitgemacht habe? Aus zwei Gründen. Erstens wurde mir immer wieder gesagt, je schneller die Firma mit dem Trading beginnen könnte, desto schneller würde ich Boni aus der PnL des Unternehmens erhalten – sofern die Strategien sich als profitabel erweisen. (Soweit ich weiß, sind sie hochprofitabel.)

Zweitens habe ich wirklich gern gearbeitet. Jeden Tag konnte ich richtig coole Sachen bauen und mir dabei Rust aneignen – eine Sprache, die ich bis dahin nicht kannte. Tag für Tag aufs Neue habe ich mehr gelernt über Rust, Kafka und andere Technologien, die bei uns im Einsatz waren. Es war echt toll.

Nach wirklich arbeitsintensiven Monaten ist das System dann schließlich an den Start gegangen und erste Trades gingen durch. Zwei Tage später bin ich entlassen worden. 48 Stunden, nachdem das System begonnen hatte, Gewinn zu machen, kam ich zur Arbeit und wurde in ein separates Büro gebeten. Man teilte mir mit, meinen Vertrag „bedauerlicherweise“ mit dem heutigen Tag beenden zu müssen. Ich würde einen „dicken Bonus“ bekommen, als „Dankeschön“ für meinen wichtigen Beitrag beim Aufbau des Unternehmens.

Ich bereue nicht, dass ich zu dem Fonds gegangen bin, weil ich in relativ kurzer Zeit wirklich viel an Erfahrung sammeln konnte. Was ich aber bedauere, ist, dass ich nicht strategischer vorgegangen bin. Ich hätte einfach 40 Stunden pro Woche arbeiten sollen. Hätte ich das getan, wäre ich jetzt wahrscheinlich noch angestellt und immer noch dabei, die Plattform aufzubauen.

Am Tag, an dem ich gekündigt worden bin, habe ich mich direkt mit vollem Eifer in die Jobsuche geschmissen. Und doch habe ich bisher noch immer nichts gefunden. Bei einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Junior-Quant wurde mir gesagt, es sei „ein Warnzeichen“, dass ich auf meiner letzten Stelle nur so kurz geblieben sei.

War‘s das? Ich weiß, dass der Arbeitsmarkt im Moment schwierig ist – aber habe ich mir meine Chancen selbst verhagelt und komme jetzt nirgendwo mehr unter, weil ich mich in meinem letzten Job zu sehr ins Zeug gelegt habe?

Ich glaube, ich habe mich mittlerweile bei jedem Hedgefonds und bei jeder Investmentbank in London beworben. Meine Bewerbungen wurden entweder automatisch abgelehnt oder ich habe erst gar keine Antwort bekommen. In den wenigen Fällen, in denen mir ein Vorstellungsgespräch angeboten wurde, blieb es meist beim ersten Gespräch, dann folgte Funkstille – und nicht einmal eine Absage per E-Mail.

Es scheint, dass eine Junior-Quant-Stelle in der aktuell düsteren Wirtschaftslage einfach nicht zu kriegen ist. Ich freue mich über jeden Ratschlag.

Milan Gill ist ein Pseudonym

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