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Ein Banken-MD zieht Bilanz: „20 Jahre lang 70 bis 90 Stunden pro Woche, sechs Millionen Flugmeilen“

John Metz, ehemaliger Technologie-Banker, hat ein Idol. Es ist weder Warren Buffet noch Steve Jobs – von beiden ist er nicht sonderlich begeistert –, sondern Ernest Hemingway. Metz ist Fan von Hemingway weil dieser Bullsh*t meidet und auf Erfahrungswissen setzt. Mit Blick auf Warren Buffet meint Metz: „Warum sollte man sich zu Tode arbeiten?“, in Bezug auf Steve Jobs sagt er, dass dieser am Ende gescheitert sei, weil seine eigene Familie ihn gehasst habe. Metz, der gerne wandert, reist, tanzt und lebt, fühlt sich eher mit Hemingway verbunden: „Ich habe eine starke Persönlichkeit“, räumt er ein und fragt: „Willst du dein Leben absitzen oder es leben?“

In diesem Monat beendet Metz seine Karriere im Investmentbanking. Sie dauerte über 25 Jahre lang und fand zunächst bei der Credit Suisse (18 Jahre) und dann bei Jefferies (sieben Jahre) statt. Von San Francisco aus betreute Metz US-amerikanische Technologiekunden. So lange im Banking zu sein, sei eine Leistung, so Metz. „Ich habe 30 Jahre lang Börsengänge, Fusionen und Übernahmen bepreist und Software und Infrastruktur bewertet“, sagt er. „Das Banking hat mich jung gehalten“, fügt er hinzu.

Was Metz in Schwung gehalten hat, waren weniger die Anforderungen des Jobs, sondern vielmehr die die Interaktion mit Gründerr:innen. Er spricht offen darüber, wie zehrend eine Bankenkarriere ist und dass das bis zum Erreichen des Managing-Director (MD)-Titels anhält. „Ich habe richtig geschuftet, selbst als ich schon Managing Director war“, sagt er. „Ich habe sechs Millionen Flugmeilen gesammelt und 20 Jahre lang zwischen 70 und 90 Stunden pro Woche gearbeitet.“ Letztendlich ist es zu viel geworden: „Es ist schwer, fast 30 Jahre lang die Begeisterung für dieselbe Sache aufrechtzuerhalten. Ich war bereit für etwas Neues.“

Metz stammt aus der gleichen Generation wie Jim Donovan bei Goldman Sachs. Aber er legt mehr Leidenschaft an den Tag und wirft gern auch mal mit Schimpfwörtern um sich – anders als Donovan, der nur selten mal lächelt oder Emotionen zeigt. Die ersten Jahre im Banking seien die schlimmsten, sagt Metz. „Als 2000 die Internetblase geplatzt ist, hat es uns alle zerfetzt“, erinnert er sich. Mit jungen Mitarbeitenden sei man damals komplett anders umgegangen: „Ich habe zu Nachwuchskräften immer gesagt: 'Ich werfe 10 von euch in den Pool und nur zwei von euch werden überleben'.“

Metz war allerdings nie die Art von MD, der Analysten kurz vor Feierabend stapelweise Arbeit hinknallen und dann selbst nach Hause gehen. Wenn seine Analysts die Nacht durcharbeiten mussten, habe er selbst das auch getan, so Metz. „Ich habe mit meinen Nachwuchskräften zusammen Nächte durchgearbeitet“, sagt Metz. „Ich habe zwei Tage pro Woche unter dem Schreibtisch geschlafen.“

Das Banking habe ihn letzten Endes auch seine Ehe gekostet, aber Metz sagt, das habe nicht an den Überstunden gelegen, sondern an seinem Verhalten. „Im Jahr 2000 sagte ich zu meiner Frau: 'Ich weiß nicht, ob du es noch lang aushalten kannst, aber wenn ja, wird es ein erhebliches Maß an materieller Lebensqualität geben, auch wenn du im Gegenzug über weite Strecken alleinerziehend sein wirst'.“ Seine Frau hatte sich seinerzeit auf den Handel eingelassen, die Ehe scheiterte aber dennoch. Metz sagt, dass das Banking ein bestimmtes Verhalten fördert, das in Bezug auf Beziehungen eher schädlich ist: „Banker sind extrem wettbewerbsorientierte, aggressive 'Type-A-Menschen', die sich selbst und andere ständig anzutreiben. Das bringt zwar beruflichen Erfolg, aber wenn man diese Eigenschaften mit nach Hause bringt, ist das nicht gesund.“

Auch nach dem Ende seiner Bankenkarriere tickt Metz noch immer so: „Ich habe immer die Erwartungen übertroffen und aus jeder Herausforderung, der ich in meiner Karriere begegnet bin, das Beste rausgeholt“, sagt er. „Ich habe immer die Nase vorn.“ Er ist nach Arizona gezogen, hat sich dort aber keinesfalls zur Ruhe gesetzt: Er nutzt sein Netzwerk, um an Informationen für Saints Capital zu kommen, eine Secondary Venture Capital Firma, die Investitionen von bestehenden Risikokapitalgebern aufkauft.

Metz ist stolz auf seine Karriere. Er ist stolz auf seine Kinder, und er ist stolz auf die jungen Banker:innen, die er als Mentor begleitet hat. Stolz ist er auch auf seine Einstellung: „Ich habe eine starke Persönlichkeit“, sagt er. „Manche Leute mögen das. Ich bin auf jeden Fall kein Schwätzer.“

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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