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Weibliche Führungskraft in einem Deal-Team arbeitet 18 Stunden am Tag – und kommt dann tragisch ums Leben

Der Polizeibericht zum Tod von Vanessa Ford – beruflich bekannt unter dem Namen Vanessa Heap – ist brutal kurz. Die unmittelbare Todesursache seien „multiple traumatische Verletzungen“ gewesen, so ein Gerichtsmediziner am 26. Februar in London.

Komplizierter ist, was zu ihrem Tod geführt hat. Hierzu schreibt der Gerichtsmediziner schrieb in seinem Untersuchungsbericht über Ford:

„Vanessa Ford nahm am 23. September 2023 eine beträchtliche Menge Alkohol zu sich, befand sich allerdings in einer akuten psychischen Krise. Sie war auf das Geländer einer Brücke an der Dalston Lane geklettert und stürzte von dort auf die darunter liegenden Bahngleise, wo sie später von einem Zug erfasst wurde. Es gibt keine ausreichenden Beweise dafür, dass sie sich das Leben nehmen wollte.“

Vanessa Ford war 47 Jahre alt und lebte mit Mann und zwei Söhnen im Schulalter im Londoner Stadtteil Hackney. Vor ihrem Tod hatte sie in der Anwaltskanzlei Pinsent Masons an der Übernahme des Fußballclubs Everton durch 777 Partners mitgewirkt und 18 Stunden am Tag gearbeitet. Am Tag vor ihrem Tod sei Ford nach Manchester gefahren, um die Übernahme bei einem gemeinsamen Lunch zu feiern. Sie übernachtete bei Everton-Direktorin Katie Charles und kam am nächsten Tag um 7 Uhr wieder in London an. Ihr Mann und ihre Kinder hatten das Haus zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

Fords Tod erschüttert die juristische Fachwelt, ist aber auch ein Warnzeichen für alle, die ebenfalls in einem Beruf arbeiten, der laut Ford Ehemann „alles andere auffrisst“ – und in dem niemand davor gefeit ist, psychische Probleme zu entwickeln. Wenige Stunden nach Fords Tod, am 23. um 13.44 Uhr, veröffentlichte Pinsent Mason's eine Pressemitteilung zum erfolgreichen Abschluss des Everton-Deals. Hier wurde Ford zitiert mit den Worten, sie sei „hocherfreut“, dass sie Everton helfen konnte, den Vertrag abzuschließen. Die weiteren Führungskräfte des Deal-Teams bei Pinsent Mason's waren Fords Partner Julian Diaz-Rainey, Tom Leman und James Kaye – allesamt Männer.

Auch die weiteren entscheidenden Akteure, die an dem Deal Geschäft beteiligt waren, waren Männer. Everton-Eigentümer Farhad Moshiri wurde von Robert Howells, einem Corporate Finance Director bei Deloitte, beraten. Das Team um Howells bestand aus vier weiteren Männern. 777 Partners wurde beraten von „Tifosy Capital and Advisory“, einer Boutique-Firma, die vom ehemaligen Morgan Stanley-Executive Director Fausto Zanetton gegründet wurde und deren Belegschaft laut eigener Website aus 13 Männern und einer Frau besteht.

Matt Morgan, Head of Financing bei Pinsent Masons, schrieb auf LinkedIn, Vanessa Ford sei „durch und durch Profi“ gewesen, „ein intelligenter und warmherziger Mensch, eine liebevolle Mutter für ihre Kinder und für viele von uns eine gute Freundin“. Im Rahmen der Anhörung sagte Morgan, der Everton-Deal sei eine „einzigartige Transaktion“

gewesen. Ford schien mit dem Deal zufrieden gewesen zu sein. Laut Morgan habe sie gesagt, es sei „die beste Arbeit“, die sie je geleistet habe. Wie die meisten Arbeitgeber bot auch Pinsent Masons eine 24-Stunden-Hotline für psychische Probleme an, an die sich Vanessa Ford aber nicht wandte.

Es greift vielleicht zu kurz, den Tod von Vanessa Fords mit ihrem Geschlecht in Verbindung zu bringen: 18-Stunden-Tage sind für jeden zermürbend. Aber dass sie unter lauter Männern die einzige weibliche Führungskraft war, ist bemerkenswert. Mit Ende 40 könnte sie möglicherweise in den Wechseljahren gewesen sein. Im Jahr zuvor war ihr Vater gestorben und im Rahmen der Untersuchung war die Rede davon, dass sie noch nicht richtig trauern konnte. Ihr Ehemann sagte, sie habe seit Juni zunehmend getrunken. Wie viele Frauen hatte auch Ford ihr Leben restlos vollgepackt. Sie war „in allem gut“, so ihr Mann, ob im Job, als Mutter, die tolle Feiern für ihre Kinder veranstaltete, oder als Freundin mit einem regen Sozialleben. Letztendlich war es dann aber zu viel. Nicht nur am Internationalen Frauentag ist ihre Geschichte eine Aufforderung an Menschen aller Geschlechter, freundlich mit sich selbst umzugehen.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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