Neue Liebe: Warum Hedgefonds auf die Programmiersprache Python setzen

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Neue Liebe: Warum Hedgefonds auf die Programmiersprache Python setzen

Nat Kilsby hatte recht. Der ehemalige Head of Operations Engineering bei Goldman Sachs, der jetzt COO von Quadrature Capital ist, hatte uns gegenüber im März berichtet, dass Hedgefonds händeringend nach Python-Codern suchen und dass Python für Hedgefonds-Stellen zur Programmiersprache Nr. 1 geworden ist, weil Python die Brücke schlägt zwischen Research und Technologie. 

Acht Monate später sagen Tech-Fachleute, dass bei Hedgefonds die Nachfrage nach Python-Expertise so gross ist wie nie zuvor.

„Der Einsatz von Machine-Learning-Techniken und statistischen Analysen gewinnt im Investmentprozess bei Fonds immer mehr an Einfluss und in diesem Zuge ersetzen Python und die entsprechenden Libraries (Pandas etc.) R, Javauand C++“, so Dean Looney, Quant-Headhunter beim Personalberater Referment in London. Python böte quantitativen Technologen „sehr viel mehr Flexibilität und Funktionalität“, so Looney weiter.

Hedgefonds nutzen Python nicht für alles, aber für vieles. Balyasny Asset Management sucht beispielsweise aktuell Data Analysten mit Python-Kenntnissen, die an „Fundamental Research“ sowie an Datenbeschaffung und -verarbeitung arbeiten und die das Back-Testing bei der Daten-getriebenen Ideenentwicklung ausführen sollen. Gleichzeitig sucht das Unternehmen auch Leute, die in C# programmieren können für die Arbeit an Front-Office- Tradingsystemen mit Sub-Second Latenz. 

Python ist zu langsam um C++, C# oder Fortran in Hochfrequenz-Systemen ersetzen zu können, aber für viele Hedgefonds und für viele Funktionen, die bei Hedgefonds benötigt werden, ist das nicht entscheidend. „Python ist nicht die schnellste Sprache der Welt, reicht für die Zwecke von Hedgefonds aber in den meisten Fällen dennoch aus“, so Sean Hunter, Tech-Berater und ehemaliger Technologie-VP bei Goldman Sachs. „Viele Hedgefonds haben ein Python-Notebook, das einmal am Tag läuft und das alle Positionen einbezieht und alle Risiko-Kalkulationen ausführt.“

„Es hiess immer, dass Engineers und Wissenschaftler auf die mathematische Genauigkeit von Fortran setzen. Python hat ihnen eine Ausweichmöglichkeit eröffnet und die haben sie angenommen.“

Python hat auch den Vorteil, dass es im Vergleich zu C++ und Fortran leicht zu lernen ist und sich – weil Hedgefonds zunehmend auf die Cloud setzen – einfach in Plattformen wie AWS integrieren lässt. 

Das Ergebnis ist, dass Headhuntern zufolge bei Hedgefonds die Nachfrage nach Python-Entwicklern stärker gestiegen ist als alles andere.

Die spiegelt sich auch in den Stellenausschreibungen auf eFinancialCareers wieder. Wie das Diagramm unten zeigt, wird Python in 39 Prozent aller Hedgefonds-Stellen im Tech-Bereich gefordert – C++ nur in 25 Prozent.

Hedgefonds wie die Man Group sind seit langem Verfechter von Python, aber bis vor ein paar Jahren wurde vielfach noch R oder Matlab verwendet. Die Popularität von Python-Paketen wie Pandas und Numpy, die die Funktionalität von Python verbessern, haben den Umstieg vorangetrieben. Das Gleiche gilt für Cython, das Python bis zu 30 Mal schneller machen kann.

„Vor fünf Jahren waren es noch C++ und Java, aber jetzt ist Python die Programmiersprache Nummer 1 bei den Hedgefonds“, meint ein weiterer Headhunter aus dem Bereich. „Als Programmiersprache hat Python sich in den letzten Jahren unglaublich entwickelt. Python ist eine vollwertige objektorientierte Sprache, die aber sehr leicht zu erlernen und zu verwenden ist. Hochfrequenz-Fonds werden weiter C++ nutzen, aber für Fonds mit mittlerer Frequenz ist Python mehr als ausreichend.“

Laut Looney wäre der ideale Hedgefonds-Mitarbeiter ein Python-Quant-Programmierer, der die Ideen von Quant-Tradern schnell in anwendbaren Code umsetzen kann. Gute Kandidatinnen und Kandidaten können in London ein Fixgehalt von 120.000 bis 150.000 Pfund (143.000 bis 178.000 Euro) verdienen, plus 150 Prozent Bonus.

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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